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IC Falkenberg

und Die Band


Leipzig | Anker | 13. Dezember 2025


Ein Konzertbericht mit Fotos von Matthias Ziegert



Es war am Nachmittag des 21. Mai 1983, als ich den Künstler, über dessen Konzert in Leipzig ich hier berichten möchte, das erste Mal im TV erlebt habe. Es handelte sich um die Jugendsendung "RUND" aus Potsdam, bei der STERN MEISSEN auftraten. Ich habe keine Ahnung, woher ich das damals wusste, da es ja noch kein Internet gab. Zu allem Unglück durfte ich zu der Zeit meinen Grundwehrdienst bei der NVA ableisten und saß in einem Armeezelt größerer Bauart in einem Feldlager in einem Kaff Namens Gutengermdorf. Leider war der Musikbeitrag für mich als Fan der Band in so einer bescheidenen Zeit eher ein Schock als eine Aufmunterung. Dort stand kein Reinhard Fißler mehr am Mikro und der Sound des damals vorgetragenen Stücks ("Liebesroulette") hatte so gar nichts mehr mit dem zu tun, was ich von der "Combo" kannte und liebte. Erst später erfuhr ich von Reinhard Fißler nach einem "FWH"-Konzert, was da intern gelaufen war und wieso er plötzlich weg war. Sein Kommentar zum Rausschmiss bei Stern Meißen war ein abgewandeltes Zitat aus einem Bob Dylan-Song, an das er sich zum Glück nicht gehalten hat: "I ain't don't work at Martin's Farm no more". Ich glaube, das ist inzwischen auch die Devise des damaligen Neulings, der damals unter dem Namen Ralf Schmidt die Band zu ungeahnten Erfolgen in den DDR-Hitparaden führte.


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In dieser Zeit entstanden eigene Songs, die er mit der Band nicht produzieren konnte. Aus diesem Grund startete er 1985 unter dem Namen "IC" parallel ein Soloprojekt mit elektronischer Musik, was von Teilen der damaligen Band mit Argwohn beobachtet wurde, aber auch den Erfolg von Stern Meißen förderte. Im Jahre 1987 erschien das Album "Traumarchiv", das sich laut IC Falkenberg in der DDR 250.000 Mal verkaufte. Ohne zu übertreiben kann der Musiker von sich behaupten, einer der größten und erfolgreichsten Popstars der DDR gewesen zu sein. In den letzten 40 Jahren hat sich IC Falkenberg mit all seinen Facetten immer weiterentwickelt. Davon zeugen die in dieser Zeit herausgebrachten 27 Alben, die der charismatische Entertainer im eigenen Studio produziert und unter dem Label "Mollwerk" vertrieben hat. Damals hätte ich nicht gedacht, nun nach 40 Jahren ein Konzert des Künstlers im Leipziger Anker zu sehen und am Ende darüber zu schreiben. Die Rund-Sendung habe ich inzwischen von meinem Sohn als Kopie aus dem DRA- Archiv bekommen. In diesem Jahr beging IC Falkenberg seinen 65. Geburtstag und feierte zweimal mit großem Publikum und Konzerten "40 Jahre IC", wobei er ausnahmsweise von "Der Band" und "Der Streichergruppe" begleitet wurde. Beide Shows waren ausverkauft. Also ein guter Grund, sich das vorletzte Konzert des Jahres in Leipzig anzusehen, bei dem Falkenberg mit "Der Band" den gut gefüllten Leipziger Anker rockte.

Der erste Teil der Show bestand bis auf ein paar Ausnahmen aus Songs des aktuellen Albums "Komm an Land", welches auch der Titel der Tour war. Pünktlich 20:00 Uhr startete die Show von Falkenberg und "Band", die mit reichlich Applaus und Jubel bei ihrem Erscheinen auf der Bühne begrüßt wurden. Die Begeisterung der Fans steigerte sich sogar noch und motivierte die Musiker auf der Bühne zu Höchstleistung. Während Falkenberg zwischen Keyboard und E-Gitarre wechselte, arbeitete die Band (Sascha Aust an der Gitarre und Frieder Hentze am Schlagzeug) an ihren Stammplätzen. Mit "Piraten", ein Klassiker vom dritten Soloalbum, endete der erste Konzertteil, wobei sich Falkenberg aus Spaß schon mal verabschiedete. Was aber keiner so richtig checkte. In Wahrheit ging es um eine Raucherpause für die Minderheit der letzten Raucher.

Zum Glück war die Pause nicht so lang und das Trio auf der Bühne startete den zweiten Teil gleich mit einem meiner persönlichen Lieblingssongs: "Geliebtes Leben" vom gleichnamigen Album. Es folgten weitere Klassiker aus der Feder von Falkenberg, die allesamt einen Platz auf einer "Best of"-CD verdient hätten, vor allem in so geilen Live-Versionen wie sie an diesem Abend dargeboten wurden. Krönender Abschluss dieses zweiten Konzertblocks war Falkenbergs Mega-Hit, den er unweit des Ankers innerhalb von einer Stunde in der Leipziger Kongresshalle auf einem alten Klavier komponierte. Seit diesem Jahr hat er die sonst selten gespielte Ballade "Aber wann" mit ins Programm genommen, mit der der Zugaben-Block eröffnet wurde. Mit der verrockten Version von "Wunderland" kam nun der musikalische Höhepunkt des Abends. Frieder Hentze gab mit der großen Trommel seines Schlagzeugs den Takt vor und die Fans nahmen ihn auf und tanzten und hüpften begeistert. Seine beiden Kollegen griffen dazu ordentlich in die Saiten ihrer Gitarren und rockten ordentlich ab, was das Publikum noch mehr anheizte. Mit dem letzten Song, "Eine Nacht", legte sich die Mannschaft auf der Bühne nochmal voll ins Zeug, wobei Sascha Aust ein Solo hinlegte, das dem von Uwe Hassbecker oder Michael Lehrmann in nichts nachstand. Neben toller Musik gab es an diesem Abend jede Menge lustige Storys aus dem Leben, die Falkenberg immer spontan raushaut und so für reichlich Lacher aus dem Publikum sorgte.


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Die Fans und die Musiker hatten an diesem Abend ihren Spaß und die Zeit verging wie im Flug. Falkenberg meinte dazu, dass man gute Konzerte daran erkenne und dankte dem Publikum, das dieses Mal so zahlreich wie schon lange nicht mehr erschienen war. Eine kurze Umfrage ergab, dass es an diesem Abend für einige das erste Konzert mit Falkenberg war. Aber auch das beste Konzert geht mal zu Ende. Gegen 23.30 Uhr verließ das Trio unter tosendem Applaus und Jubel die Bühne und verabschiedete das Publikum in die kalte Winternacht. Da ich an dem Abend etwas angeschlagen war, habe ich mich gleich auf den Heimweg gemacht und nicht auf die Autogrammstunde gewartet.

Vielen Dank an den Künstler und den Leipziger Anker, die uns den Bericht ermöglichten. Für 2026 sind zwei Termine in Leipzig im Kupfersaal und das obligatorische Jahresendkonzert im Dezember im Anker geplant.
 



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