
Leipzig | Jolys Live Music Bar | 13. März 2026
Triumphale Rückkehr einer Ostmusik-Legende:
Amor & die Kids feiern umjubeltes Comeback in Leipzig
Ein Konzertbericht mit Fotos von Matthias und Sebastian Ziegert
In der ostdeutschen Musikszene gibt es derzeit gleich mehrere Gründe zur Nostalgie - und zur Begeisterung. Neben der vielbeachteten Reunion der Band Jessica anlässlich des 40-jährigen Jubiläums ihres Kultalbums "Der Spieler" sorgt vor allem ein anderes Ereignis für Aufsehen: Die Rückkehr von Amor & die Kids. Für viele Kenner gilt sie schon jetzt als das Comeback des Jahres.
Jahrzehntelang war es still um die Formation, deren letzte reguläre Auftritte in Originalbesetzung noch vor der politischen Wende 1989 stattfanden. Zwar gab es vor rund 20 Jahren ein einmaliges Jubiläumskonzert, doch an eine echte Wiedervereinigung dachte damals niemand ernsthaft. Umso überraschender ist nun die Nachricht, dass sich die Musiker wieder zusammengefunden haben - mit dem klaren Ziel, erneut gemeinsam auf der Bühne zu stehen. Dabei kann die Band auf ein beachtliches musikalisches Erbe zurückgreifen: mehrere Rundfunkproduktionen, zwei vollständige Alben sowie Beiträge zu zwei Quartett-Singles. Ein Fundus, der nun wieder live erlebbar wird. Passend zur Rückkehr präsentierten Amor & die Kids zudem ihre neue Single "Alles schon mal da gewesen" - ein Titel, der augenzwinkernd das aktuelle Geschehen in der Welt und auch den eigenen Neustart kommentiert.
In den vergangenen Wochen hatte sich die Band intensiv vorbereitet. In der Besetzung mit Mario Rostenbeck (Gitarre), Falk Kindermann (Saxophon, Keyboard, Klarinette), Dirk Posner (Bass), Sänger Frank "Amor" Schüller sowie Tobias Künzel - bekannt als Mitglied der Prinzen - am Schlagzeug wurde im Proberaum akribisch gearbeitet. Man wollte nichts dem Zufall überlassen … Und man hatte geschlossen wieder Bock auf die Bandarbeit.
Der Auftakt zur kleinen Reunion-Tour fand schließlich am 13. März 2026 in Leipzig statt - und hätte kaum passender gewählt sein können. Mit der Jolys Live Music Bar, der früheren Tonelli's Blues Bar, kehrte die Band an einen geschichtsträchtigen Ort zurück. Bereits vor zwei Jahrzehnten hatte man hier - damals noch im alten Tonelli's in der Elsterstraße - ein Jubiläum gefeiert. Inzwischen wurde die Kultkneipe vom langjährigen Betreiber verkauft, der sich künftig stärker seiner eigenen Musik widmen möchte. Am Freitagabend jedoch gehörte die Bühne ganz Amor & die Kids. Die urige Location in der Leipziger Innenstadt war restlos ausverkauft, die Stimmung von Beginn an elektrisierend. Unter dem augenzwinkernden Motto "The Bockwurst Returns" - eine Anspielung auf das Debütalbum "No More Bockwurst" - fand sich sogar die namensgebende Speise eigens auf der Karte wieder.
Das Publikum zeigte sich generationsübergreifend begeistert: Während viele Gäste der Ü60-Generation angehörten und jede Textzeile mitsingen konnten, waren auch zahlreiche jüngere Besucher vor Ort - einige von ihnen waren bei Erscheinen der ersten Platte noch gar nicht geboren. Sie alle feierten gemeinsam die Rückkehr einer Band, die für viele längst Legendenstatus erreicht hat.
Musikalisch ließ der Abend keine Wünsche offen. Knapp drei Stunden lang spielte die Band ein umfangreiches Set, das Klassiker, Raritäten und das neue Stück miteinander verband. Vom Opener "Alter Rocker" über Publikumslieblinge wie "Ich bin blank", "Wir machen es im Wald" und "Pariser Nächte" bis hin zu Coverversionen wie "Tequila" oder dem "Peter Gunn Theme" spannte sich ein abwechslungsreicher Bogen. Auch der neue Song "Alles schon mal da gewesen" fügte sich nahtlos ins Programm ein und wurde vom Publikum begeistert aufgenommen.
Besondere Momente boten zudem Titel wie "Schokolade", "Ganz dringend" (in zwei Teilen) oder das Finale mit "Komm doch mit" und "Amor & die Kids". Selbst unveröffentlichte Stücke wie "Bierblues" oder "Wir fahren alle …" fanden ihren Platz im Set und wurden neugierig aufgenommen. Technisch präsentierte sich das Konzert auf höchstem Niveau: Sound und Licht waren perfekt abgestimmt, die Spielfreude der Musiker spürbar. Dass die Band über Jahrzehnte pausiert hatte, war kaum zu merken - im Gegenteil: Die Routine und Energie wirkten, als habe es nie eine Unterbrechung gegeben. Vor allem Frontmann Frank "Amor" Schüller bewies eindrucksvoll, dass Alter auf der Bühne keine Rolle spielt. Trotz seiner mittlerweile über 70 Jahre präsentierte er sich als charismatische "Rampensau", die das Publikum mühelos mitreißt. Auch seine "jugendlichen" Mitstreiter standen ihm in nichts nach und lieferten eine geschlossene, dynamische Performance.
Einziger Wermutstropfen des Abends: Die Location erwies sich angesichts des großen Andrangs als fast zu klein. Selbst größere Spielstätten wie der Leipziger "Anker" wären vermutlich problemlos gefüllt worden. So aber blieb es bei einem ebenso intensiven wie intimen Konzerterlebnis - und bei der Gewissheit, dass diese Reunion mehr ist als ein nostalgischer Ausflug. Amor & die Kids sind zurück. Und wenn dieser Auftakt ein Maßstab ist, dürfte dies erst der Anfang eines neuen Kapitels sein.
Jahrzehntelang war es still um die Formation, deren letzte reguläre Auftritte in Originalbesetzung noch vor der politischen Wende 1989 stattfanden. Zwar gab es vor rund 20 Jahren ein einmaliges Jubiläumskonzert, doch an eine echte Wiedervereinigung dachte damals niemand ernsthaft. Umso überraschender ist nun die Nachricht, dass sich die Musiker wieder zusammengefunden haben - mit dem klaren Ziel, erneut gemeinsam auf der Bühne zu stehen. Dabei kann die Band auf ein beachtliches musikalisches Erbe zurückgreifen: mehrere Rundfunkproduktionen, zwei vollständige Alben sowie Beiträge zu zwei Quartett-Singles. Ein Fundus, der nun wieder live erlebbar wird. Passend zur Rückkehr präsentierten Amor & die Kids zudem ihre neue Single "Alles schon mal da gewesen" - ein Titel, der augenzwinkernd das aktuelle Geschehen in der Welt und auch den eigenen Neustart kommentiert.
In den vergangenen Wochen hatte sich die Band intensiv vorbereitet. In der Besetzung mit Mario Rostenbeck (Gitarre), Falk Kindermann (Saxophon, Keyboard, Klarinette), Dirk Posner (Bass), Sänger Frank "Amor" Schüller sowie Tobias Künzel - bekannt als Mitglied der Prinzen - am Schlagzeug wurde im Proberaum akribisch gearbeitet. Man wollte nichts dem Zufall überlassen … Und man hatte geschlossen wieder Bock auf die Bandarbeit.

Der Auftakt zur kleinen Reunion-Tour fand schließlich am 13. März 2026 in Leipzig statt - und hätte kaum passender gewählt sein können. Mit der Jolys Live Music Bar, der früheren Tonelli's Blues Bar, kehrte die Band an einen geschichtsträchtigen Ort zurück. Bereits vor zwei Jahrzehnten hatte man hier - damals noch im alten Tonelli's in der Elsterstraße - ein Jubiläum gefeiert. Inzwischen wurde die Kultkneipe vom langjährigen Betreiber verkauft, der sich künftig stärker seiner eigenen Musik widmen möchte. Am Freitagabend jedoch gehörte die Bühne ganz Amor & die Kids. Die urige Location in der Leipziger Innenstadt war restlos ausverkauft, die Stimmung von Beginn an elektrisierend. Unter dem augenzwinkernden Motto "The Bockwurst Returns" - eine Anspielung auf das Debütalbum "No More Bockwurst" - fand sich sogar die namensgebende Speise eigens auf der Karte wieder.
Das Publikum zeigte sich generationsübergreifend begeistert: Während viele Gäste der Ü60-Generation angehörten und jede Textzeile mitsingen konnten, waren auch zahlreiche jüngere Besucher vor Ort - einige von ihnen waren bei Erscheinen der ersten Platte noch gar nicht geboren. Sie alle feierten gemeinsam die Rückkehr einer Band, die für viele längst Legendenstatus erreicht hat.
Musikalisch ließ der Abend keine Wünsche offen. Knapp drei Stunden lang spielte die Band ein umfangreiches Set, das Klassiker, Raritäten und das neue Stück miteinander verband. Vom Opener "Alter Rocker" über Publikumslieblinge wie "Ich bin blank", "Wir machen es im Wald" und "Pariser Nächte" bis hin zu Coverversionen wie "Tequila" oder dem "Peter Gunn Theme" spannte sich ein abwechslungsreicher Bogen. Auch der neue Song "Alles schon mal da gewesen" fügte sich nahtlos ins Programm ein und wurde vom Publikum begeistert aufgenommen.

Besondere Momente boten zudem Titel wie "Schokolade", "Ganz dringend" (in zwei Teilen) oder das Finale mit "Komm doch mit" und "Amor & die Kids". Selbst unveröffentlichte Stücke wie "Bierblues" oder "Wir fahren alle …" fanden ihren Platz im Set und wurden neugierig aufgenommen. Technisch präsentierte sich das Konzert auf höchstem Niveau: Sound und Licht waren perfekt abgestimmt, die Spielfreude der Musiker spürbar. Dass die Band über Jahrzehnte pausiert hatte, war kaum zu merken - im Gegenteil: Die Routine und Energie wirkten, als habe es nie eine Unterbrechung gegeben. Vor allem Frontmann Frank "Amor" Schüller bewies eindrucksvoll, dass Alter auf der Bühne keine Rolle spielt. Trotz seiner mittlerweile über 70 Jahre präsentierte er sich als charismatische "Rampensau", die das Publikum mühelos mitreißt. Auch seine "jugendlichen" Mitstreiter standen ihm in nichts nach und lieferten eine geschlossene, dynamische Performance.
Einziger Wermutstropfen des Abends: Die Location erwies sich angesichts des großen Andrangs als fast zu klein. Selbst größere Spielstätten wie der Leipziger "Anker" wären vermutlich problemlos gefüllt worden. So aber blieb es bei einem ebenso intensiven wie intimen Konzerterlebnis - und bei der Gewissheit, dass diese Reunion mehr ist als ein nostalgischer Ausflug. Amor & die Kids sind zurück. Und wenn dieser Auftakt ein Maßstab ist, dürfte dies erst der Anfang eines neuen Kapitels sein.
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