© Deutsche Mugge (2007 - 2025)

Die OSSIS

+ BERLIN STRING ENSEMBLE

+ Gast WOLFGANG ZIEGLER

Gehren | Waldbühne | 26.07.2025

Ein Bericht mit Fotos von Reinhard Baer

 

Gehren gehört zur Gemeinde Heideblick in der Nähe von Luckau. Durchfährt man den Ort in Richtung Waldrehna, weist bald ein Schild nach links in Richtung Waldbühne. Nach etwa 150 Metern konnte man dort sein Fahrzeug auf einer Wiese parken, weiter ging es dann mit einem der Shuttle-Kleinbusse auf einem befestigten Waldweg zur Waldbühne.

Als ich um kurz nach 19:00 Uhr dort ankam, waren schon etliche Besucher da, und es kamen immer mehr. Wer noch Hunger oder Durst hatte – es war hier für alles gesorgt – konnte beides stillen. Eigens für den Betrieb der Waldbühne Gehren und alles, was diesen Veranstaltungsort betrifft, hat sich ein Förderverein gegründet, und wie jeder Verein hat auch dieser einen Vorstand. Sieht man sich den Veranstaltungsplan der Spielstätte an, so findet man z. B. die jährlich stattfindende Veranstaltung „Rock im Wald“, aber auch Namen aus mehreren Gebieten der Unterhaltungskunst. Mehrmals im Jahr findet hier etwas statt.

Nun aber zum Konzert vom letzten Samstag: Die Bühne war reichlich mit Topfpflanzen dekoriert. Als ich mir meine ersten Fotos auf dem Display meiner Kamera ansah, dachte ich zuerst, ich hätte die falsche Speicherkarte. Die Akteure standen vor einem Hintergrund wie vor einer Hecke – so sah es aber tatsächlich aus. Bevor das Konzert der OSSIS losging, wurde Musik vom Band eingespielt. Gegen 20:00 Uhr ging es dann los. Während die Musiker ihre Plätze einnahmen, kamen aus den Lautsprechern einige typisch für die DDR gesprochene Worthülsen, die mit der Stimme von Walter Ulbricht endeten: „Muss man denn jeden Dreck aus dem Westen … und dann mit den yeah yeah yeah und wie das alles heißt muss man Schluss machen.“

Die OSSIS begannen zunächst mit ein paar Titeln aus dem reichlichen Schatz des DDR-Rocks: „Jede Stunde“ von KARAT und „Wer die Rose ehrt“ von RENFT. Danach begrüßte Acki Noak, der Sänger der Band, das Publikum. Er und der „Bassminister“ Bert Eulitz führten mit viel Wortwitz und Humor durch den Abend. Alles wirkte spontan, nichts auswendig gelernt. Mit Titeln wie „Nach Süden“ von LIFT oder „Casablanca“ von CITY erklangen weitere Perlen des Ostrocks.

Der Ostrock hatte aber auch Titel, die von Frauen gesungen wurden – so zum Beispiel von Veronika Fischer „Dass ich eine Schneeflocke wär“ oder von Tamara Danz und SILLY „Bataillon d’amour“. Diesen Titeln verlieh Acki ebenfalls seine Stimme.

Zu den OSSIS gehören neben Acki und Bert noch Heinz „Angel“ Haberstroh am Schlagzeug (er spielt auch bei ROCKHAUS), an der Gitarre Till Paulmann und am Keyboard Thomas Glatzer. Weiterhin wirkten bei diesem Konzert drei Musikerinnen und ein Musiker des BERLIN STRING ENSEMBLE mit. Die erste Geigerin trat auch einmal in die vordere Reihe, um bei „Am Fenster“ von CITY den Geigenpart zu übernehmen.

Das Arrangement zum Titel „Als ich fortging“ von KARUSSELL wirkte originell – es bestand zum großen Teil aus den gezupften Streichinstrumenten. Übrigens stammen alle Arrangements, insbesondere die Streicherarrangements, vom Gründer und ehemaligen Keyboarder der OSSIS, Beathoven alias Carsten Mohren, der leider nicht mehr unter uns weilt.

Heinz „Angel“ Haberstroh spielte – nachdem seine Kollegen die Bühne einmal verlassen hatten – ein Schlagzeugsolo. Als das Konzert begann, war es noch hell, aber allmählich wurde es dunkler und das Bühnenlicht kam richtig zur Geltung. Als es noch einigermaßen hell war, stieg Acki auch einmal von der Bühne und ging mit dem Mikrofon in der Hand unter das Publikum, begrüßte den einen oder anderen per Handschlag, setzte sich kurz hin und kehrte dann wieder zurück auf die Bühne.

Gegen 21.45 Uhr war es schon richtig dunkel, und die OSSIS spielten immer noch die guten alten DDR-Hits wie „Zeit, die nie vergeht“ von PERL, „Der Clown“ von NEUMIS ROCK CIRCUS, von den PUHDYS „Lebenszeit“ und von ELECTRA „Nie zuvor“. Aber vom angekündigten WOLFGANG ZIEGLER war noch keine Rede. War er etwa nicht gekommen? Das fragte ich mich, doch Fred vom Vorstand des erwähnten Vereins sagte mir, nach „Der blaue Planet“ von KARAT käme ZIEGLER. So geschah es auch:

WOLFGANG ZIEGLER, schlank und braun gebrannt, stand plötzlich auf der Bühne und sang – von den OSSIS und den Streichern begleitet – „Geboren, um zu leben“. Danach ergriff auch er das Wort, begrüßte das Publikum und gab einen Titel seiner ehemaligen Band WIR zum Besten: „Und sie dreht sich doch“. Ein Lied, das auch nach 40 Jahren noch aktuell ist.

Danach ließ ZIEGLER sein Publikum wissen, dass gerade ein neues Album von ihm erschienen ist. Von diesem Album gab es ebenfalls etwas zu hören. Textlich geht es darin um seinen persönlichen Rückblick auf viele schöne Jahre, die er in seinem Beruf als Musiker erlebt hat. Er sang von einer „geilen Zeit“, und am Ende seines Parts an diesem Abend sang er noch „Verdammt“, wohl einer seiner bekanntesten Songs.

Dann übernahmen wieder die OSSIS die Bühne, und Wolfgang zog sich dezent zurück. Zum Schluss kam er jedoch noch einmal zurück, um zusammen mit Acki „Sieben Brücken“ von KARAT zu singen. Danach dann das Übliche wie bei jedem Konzert: Aufstellen, Verbeugen – und das war es.

Das Publikum verließ die Waldbühne. Ich sah mich schon wartend auf einen Shuttle-Bus dort stehen, aber das ging alles ganz flott, und bald saß ich in meinem Auto und fuhr nach Hause. Die Mugge iIm Wald war perfekt organisiert, Alles stressfrei, alles entspannt … So wünscht man sich ein Konzertabend.




Fotostrecke:

 

 

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