Merlin: "Im Reich des Zauberers - Live 1989" (Album)
VÖ: 20.03.2026; Label: German Democratic Recordings; Katalognummer: GDR 044; Musiker: Mario Schneider (Gesang), Rocco Stellmacher, Dan Uhden (Gitarren), Frank Lebe (Bass), unbekannter Musiker (Keyboards/Synthesizer), Marcel Thiele (Schlagzeug); Bemerkung: Mitschnitt des Konzerts beim 6. Berliner Rocksommer der FDJ auf der Insel der Jugend am 21. Juli 1989. Dieses Album ist ausschließlich auf CD erschienen. CD in Jewel-Case mit Booklet inklusive Biografie, allerdings ohne Abdruck der Songtexte;Titel: " Land der Träume“, „Ich will hier raus“, „Der Zauberer“, „Vortigern“, „Excalibur“, „Artus“, „Was kommt danach“, „Die Welt von morgen“, „Im Reich des Zauberers“ |
Merlin – Das verlorene Artus-Epos des DDR-Metal
Die Geschichte von MERLIN lässt sich vergleichsweise schnell erzählen: 1986 in Berlin gegründet, erspielte sich die Band innerhalb kurzer Zeit einen guten Ruf in der DDR-Hardrock- und Metal-Szene. Erste Aufmerksamkeit brachten Rundfunkaufnahmen und DT64-Einsätze, später folgten professionellere Studioproduktionen sowie die Aussicht auf ein eigenes Amiga-Album. Doch die politischen Umbrüche nach 1989 verhinderten die Veröffentlichung eines vollständigen Longplayers. Was blieb, sind einige Rundfunkaufnahmen, Live-Mitschnitte und die Erinnerung an eine Band, die wesentlich ambitionierter war als viele ihrer damaligen Mitstreiter. Genau das dokumentiert diese CD eindrucksvoll.
Während zahlreiche DDR-Metalbands vor allem auf kraftvolle Riffs und internationale Vorbilder setzten, verfolgten MERLIN einen ungewöhnlichen Ansatz: Sie entwickelten ein zusammenhängendes Konzeptprogramm rund um König Artus, Merlin und Excalibur. Das Ergebnis ist kein gewöhnliches Demo- oder Archivalbum, sondern ein fast schon rockopernhaftes Werk, das Fantasy-Thematik mit melodischem Heavy Metal verbindet.
Zwischen Heavy Metal und Rockoper
Schon beim ersten Hören fällt auf, dass MERLIN weit mehr wollten als bloße Härte. Die Musik lebt von Dynamik, Atmosphäre und erzählerischer Wirkung. Zwar sind die Einflüsse klassischer Metal-Größen wie HELLOWEEN, IRON MAIDEN, JUDAS PRIEST oder RAINBOW unverkennbar, doch MERLIN nutzen diese Vorbilder lediglich als Ausgangspunkt für einen eigenen Stil.
Dabei spielen die Gitarren von Rocco Stellmacher und Dan Uhden eine zentrale Rolle. Die Songs sind voller markanter Riffs, melodischer Lead-Linien und hymnischer Akkordfolgen. Oft übernehmen die Gitarren beinahe eine erzählerische Funktion und malen Klangbilder, die den Texten zusätzliche Tiefe verleihen.
Ebenso wichtig sind die Keyboards und Synthesizer, die zwar nie dominieren, aber immer wieder für jene geheimnisvolle Atmosphäre sorgen, die das Artus-Konzept trägt. Wer diese Töne bei dem Konzert in Berlin beigesteuert hat, geht aus dem Booklet leider nicht hervor. Aber dieser unbekannte Musiker hat hier echt gute Arbeit geleistet.
Die Rhythmusgruppe aus dem bereits 2011 verstorbenen Frank Lebe am Bass und Marcel Thiele am Schlagzeug arbeitet durchweg präzise und druckvoll. Gerade bei den längeren Stücken fällt auf, wie sicher Bass und Schlagzeug die komplexeren Arrangements zusammenhalten. Anders als bei vielen Underground-Metal-Produktionen der späten Achtziger bleibt die Rhythmussektion stets präsent und trägt entscheidend zur Dynamik bei.
Über allem steht Sänger Mario Schneider. Seine Stimme bewegt sich zwischen klassischem Metal-Shouting und erzählerischem Vortrag. Mal wirkt er wie ein Barde, der eine Legende erzählt, mal wie ein Hardrock-Sänger voller Energie und Pathos. Gerade diese Mischung verleiht den Songs ihre besondere Identität.
Zu den Stücken (Auswahl):
“Land der Träume“
Der Einstieg in das Live-Programm gelingt hervorragend. „Land der Träume“ beginnt atmosphärisch und steigert sich nach und nach zu einem hymnischen Rockstück voller Spannung und Dynamik. Das Zusammenspiel von Gitarren und Keyboardflächen erzeugt einen epischen Charakter, der bereits die Richtung vorgibt, in die sich das gesamte Werk entwickeln wird. Besonders in der Live-Version überzeugt der Titel durch seine natürliche Dramaturgie. Die Band versteht es, Spannung aufzubauen, wieder aufzulösen und den Hörer über die gesamte Spielzeit hinweg zu fesseln.
“Ich will hier raus“
Der härteste und unmittelbarste Titel des Programms. Wo andere Stücke von Fantasy und Mystik leben, setzt „Ich will hier raus“ auf Energie, Druck und Aufbruchsstimmung. Treffende Gitarrenriffs, ein hohes Tempo und ein starker Refrain machen den Song zu einem klassischen Heavy-Metal-Stück der späten Achtziger. Gleichzeitig verleiht der historische Kontext dem Titel eine zusätzliche Ebene. Der Wunsch auszubrechen und Grenzen zu überwinden wirkt im Sommer 1989 beinahe prophetisch.
“Der Zauberer“
Hier beginnt das eigentliche Herzstück des Artus-Konzepts. „Der Zauberer“ lebt von Atmosphäre, geheimnisvollen Keyboardflächen und einer fast filmischen Dramaturgie. Die Gitarren verzichten weitgehend auf Aggression und setzen stattdessen auf Melodie und Stimmung. Die Komposition erinnert stellenweise an die epischen Momente von Rainbow oder Iron Maiden und zeigt, wie souverän MERLIN Fantasy-Themen musikalisch umsetzen konnten.
„Excalibur“
„Excalibur“ ist das heroische Gegenstück zu „Der Zauberer“. Der Song besitzt mehr Vorwärtsdrang, wirkt kämpferischer und vermittelt das Gefühl einer großen Mission. Die Gitarren erzählen hier beinahe ebenso viel wie der Gesang. Abenteuer, Heldentum und Aufbruch werden nicht nur besungen, sondern regelrecht hörbar gemacht. „Excalibur“ zählt zu den stärksten und eingängigsten Kompositionen der gesamten CD.
“Artus“
Mit fast zehn Minuten Spielzeit stellt „Artus“ den Höhepunkt und zugleich das ambitionierteste Stück des Albums dar. Der Titel entwickelt sich wie eine kleine Rock-Suite. Ruhige Passagen wechseln sich mit kraftvollen Metal-Sequenzen ab, Themen werden eingeführt, variiert und wieder aufgegriffen. Dadurch entsteht eine fast cineastische Wirkung. „Artus“ ist nicht nur der längste Song des Programms, sondern auch dessen künstlerischer Höhepunkt. Hier zeigt sich, welches Potenzial MERLIN als Konzeptband besaßen. Das Stück wirkt wie das Zentrum der gesamten Erzählung und könnte problemlos auf einem internationalen Progressive- oder Fantasy-Metal-Album bestehen.
“Die Welt von morgen“
Als älteste Aufnahme der CD fällt „Die Welt von morgen“ stilistisch etwas aus dem Rahmen. Der Song entstand noch vor dem Artus-Konzept und orientiert sich stärker an klassischem Hard Rock und melodischem Heavy Metal. Mit seinem höheren Tempo, den prägnanten Refrains und den deutlichen Synthesizer-Einflüssen besitzt der Titel die eingängigste Struktur der gesamten Sammlung. Gerade deshalb überrascht es nicht, dass er seinerzeit bei DT64 große Resonanz fand. Heute wirkt er wie ein faszinierendes Bindeglied zwischen dem traditionellen DDR-Hardrock und dem späteren Fantasy-Metal von MERLIN.
Klang und Produktion
Natürlich darf man keine moderne Studioqualität erwarten. Die vorliegenden Aufnahmen stammen aus dem Rundfunkarchiv und entstanden unter den technischen Bedingungen der späten DDR. Die hier zu hörende Aufnahme scheint unbearbeitet den Weg auf die CD gefunden zu haben. Dennoch ist die Klangqualität insgesamt erstaunlich gut. Die Instrumente sind klar genug voneinander zu unterscheiden, die Dynamik bleibt erhalten und die Atmosphäre der Live-Aufnahmen wird überzeugend transportiert. Zwar verschmelzen einzelne Instrumente gelegentlich zu einem dichten Klangbild und feine Details gehen mitunter verloren, doch genau dieser leicht rohe Charakter trägt auch zur Authentizität des Materials bei. Man hört eine Band in ihrer ursprünglichen Form.
Fazit
Diese CD ist weit mehr als eine historische Kuriosität für Sammler ostdeutscher Rockmusik. Sie dokumentiert eine Band, die innerhalb der DDR-Metal-Szene einen ungewöhnlich ambitionierten Weg einschlug. MERLIN verbanden melodischen Heavy Metal mit Fantasy-Thematik, erzählerischen Konzepten und einer bemerkenswerten kompositorischen Reife. Besonders die Stücke „Der Zauberer“, „Excalibur“ und vor allem das monumentale „Artus“ zeigen ganz wunderbar, welches Potenzial in dieser Band steckte. Hätte das geplante Amiga-Album tatsächlich das Licht der Welt erblickt, könnte MERLIN heute deutlich häufiger in einem Atemzug mit den wichtigsten ostdeutschen Metalbands genannt werden. So bleibt diese Veröffentlichung ein faszinierendes Dokument einer Band, die zur falschen Zeit am richtigen Ort war – und ein kleines verlorenes Kapitel der deutschen Metalgeschichte.
Für Freunde von DDR-Rock, melodischem Heavy Metal, frühen Fantasy-Konzepten und historisch interessanten Archivveröffentlichungen ist diese CD eine echte Entdeckung und ein Must Have (wenn ich das mal neudeutsch in Worte kleiden darf)...
(Christian Reder)
Die Geschichte von MERLIN lässt sich vergleichsweise schnell erzählen: 1986 in Berlin gegründet, erspielte sich die Band innerhalb kurzer Zeit einen guten Ruf in der DDR-Hardrock- und Metal-Szene. Erste Aufmerksamkeit brachten Rundfunkaufnahmen und DT64-Einsätze, später folgten professionellere Studioproduktionen sowie die Aussicht auf ein eigenes Amiga-Album. Doch die politischen Umbrüche nach 1989 verhinderten die Veröffentlichung eines vollständigen Longplayers. Was blieb, sind einige Rundfunkaufnahmen, Live-Mitschnitte und die Erinnerung an eine Band, die wesentlich ambitionierter war als viele ihrer damaligen Mitstreiter. Genau das dokumentiert diese CD eindrucksvoll.
Während zahlreiche DDR-Metalbands vor allem auf kraftvolle Riffs und internationale Vorbilder setzten, verfolgten MERLIN einen ungewöhnlichen Ansatz: Sie entwickelten ein zusammenhängendes Konzeptprogramm rund um König Artus, Merlin und Excalibur. Das Ergebnis ist kein gewöhnliches Demo- oder Archivalbum, sondern ein fast schon rockopernhaftes Werk, das Fantasy-Thematik mit melodischem Heavy Metal verbindet.
Zwischen Heavy Metal und Rockoper
Schon beim ersten Hören fällt auf, dass MERLIN weit mehr wollten als bloße Härte. Die Musik lebt von Dynamik, Atmosphäre und erzählerischer Wirkung. Zwar sind die Einflüsse klassischer Metal-Größen wie HELLOWEEN, IRON MAIDEN, JUDAS PRIEST oder RAINBOW unverkennbar, doch MERLIN nutzen diese Vorbilder lediglich als Ausgangspunkt für einen eigenen Stil.
Dabei spielen die Gitarren von Rocco Stellmacher und Dan Uhden eine zentrale Rolle. Die Songs sind voller markanter Riffs, melodischer Lead-Linien und hymnischer Akkordfolgen. Oft übernehmen die Gitarren beinahe eine erzählerische Funktion und malen Klangbilder, die den Texten zusätzliche Tiefe verleihen.
Ebenso wichtig sind die Keyboards und Synthesizer, die zwar nie dominieren, aber immer wieder für jene geheimnisvolle Atmosphäre sorgen, die das Artus-Konzept trägt. Wer diese Töne bei dem Konzert in Berlin beigesteuert hat, geht aus dem Booklet leider nicht hervor. Aber dieser unbekannte Musiker hat hier echt gute Arbeit geleistet.
Die Rhythmusgruppe aus dem bereits 2011 verstorbenen Frank Lebe am Bass und Marcel Thiele am Schlagzeug arbeitet durchweg präzise und druckvoll. Gerade bei den längeren Stücken fällt auf, wie sicher Bass und Schlagzeug die komplexeren Arrangements zusammenhalten. Anders als bei vielen Underground-Metal-Produktionen der späten Achtziger bleibt die Rhythmussektion stets präsent und trägt entscheidend zur Dynamik bei.
Über allem steht Sänger Mario Schneider. Seine Stimme bewegt sich zwischen klassischem Metal-Shouting und erzählerischem Vortrag. Mal wirkt er wie ein Barde, der eine Legende erzählt, mal wie ein Hardrock-Sänger voller Energie und Pathos. Gerade diese Mischung verleiht den Songs ihre besondere Identität.
Zu den Stücken (Auswahl):
“Land der Träume“
Der Einstieg in das Live-Programm gelingt hervorragend. „Land der Träume“ beginnt atmosphärisch und steigert sich nach und nach zu einem hymnischen Rockstück voller Spannung und Dynamik. Das Zusammenspiel von Gitarren und Keyboardflächen erzeugt einen epischen Charakter, der bereits die Richtung vorgibt, in die sich das gesamte Werk entwickeln wird. Besonders in der Live-Version überzeugt der Titel durch seine natürliche Dramaturgie. Die Band versteht es, Spannung aufzubauen, wieder aufzulösen und den Hörer über die gesamte Spielzeit hinweg zu fesseln.
“Ich will hier raus“
Der härteste und unmittelbarste Titel des Programms. Wo andere Stücke von Fantasy und Mystik leben, setzt „Ich will hier raus“ auf Energie, Druck und Aufbruchsstimmung. Treffende Gitarrenriffs, ein hohes Tempo und ein starker Refrain machen den Song zu einem klassischen Heavy-Metal-Stück der späten Achtziger. Gleichzeitig verleiht der historische Kontext dem Titel eine zusätzliche Ebene. Der Wunsch auszubrechen und Grenzen zu überwinden wirkt im Sommer 1989 beinahe prophetisch.
“Der Zauberer“
Hier beginnt das eigentliche Herzstück des Artus-Konzepts. „Der Zauberer“ lebt von Atmosphäre, geheimnisvollen Keyboardflächen und einer fast filmischen Dramaturgie. Die Gitarren verzichten weitgehend auf Aggression und setzen stattdessen auf Melodie und Stimmung. Die Komposition erinnert stellenweise an die epischen Momente von Rainbow oder Iron Maiden und zeigt, wie souverän MERLIN Fantasy-Themen musikalisch umsetzen konnten.
„Excalibur“
„Excalibur“ ist das heroische Gegenstück zu „Der Zauberer“. Der Song besitzt mehr Vorwärtsdrang, wirkt kämpferischer und vermittelt das Gefühl einer großen Mission. Die Gitarren erzählen hier beinahe ebenso viel wie der Gesang. Abenteuer, Heldentum und Aufbruch werden nicht nur besungen, sondern regelrecht hörbar gemacht. „Excalibur“ zählt zu den stärksten und eingängigsten Kompositionen der gesamten CD.
“Artus“
Mit fast zehn Minuten Spielzeit stellt „Artus“ den Höhepunkt und zugleich das ambitionierteste Stück des Albums dar. Der Titel entwickelt sich wie eine kleine Rock-Suite. Ruhige Passagen wechseln sich mit kraftvollen Metal-Sequenzen ab, Themen werden eingeführt, variiert und wieder aufgegriffen. Dadurch entsteht eine fast cineastische Wirkung. „Artus“ ist nicht nur der längste Song des Programms, sondern auch dessen künstlerischer Höhepunkt. Hier zeigt sich, welches Potenzial MERLIN als Konzeptband besaßen. Das Stück wirkt wie das Zentrum der gesamten Erzählung und könnte problemlos auf einem internationalen Progressive- oder Fantasy-Metal-Album bestehen.
“Die Welt von morgen“
Als älteste Aufnahme der CD fällt „Die Welt von morgen“ stilistisch etwas aus dem Rahmen. Der Song entstand noch vor dem Artus-Konzept und orientiert sich stärker an klassischem Hard Rock und melodischem Heavy Metal. Mit seinem höheren Tempo, den prägnanten Refrains und den deutlichen Synthesizer-Einflüssen besitzt der Titel die eingängigste Struktur der gesamten Sammlung. Gerade deshalb überrascht es nicht, dass er seinerzeit bei DT64 große Resonanz fand. Heute wirkt er wie ein faszinierendes Bindeglied zwischen dem traditionellen DDR-Hardrock und dem späteren Fantasy-Metal von MERLIN.
Klang und Produktion
Natürlich darf man keine moderne Studioqualität erwarten. Die vorliegenden Aufnahmen stammen aus dem Rundfunkarchiv und entstanden unter den technischen Bedingungen der späten DDR. Die hier zu hörende Aufnahme scheint unbearbeitet den Weg auf die CD gefunden zu haben. Dennoch ist die Klangqualität insgesamt erstaunlich gut. Die Instrumente sind klar genug voneinander zu unterscheiden, die Dynamik bleibt erhalten und die Atmosphäre der Live-Aufnahmen wird überzeugend transportiert. Zwar verschmelzen einzelne Instrumente gelegentlich zu einem dichten Klangbild und feine Details gehen mitunter verloren, doch genau dieser leicht rohe Charakter trägt auch zur Authentizität des Materials bei. Man hört eine Band in ihrer ursprünglichen Form.
Fazit
Diese CD ist weit mehr als eine historische Kuriosität für Sammler ostdeutscher Rockmusik. Sie dokumentiert eine Band, die innerhalb der DDR-Metal-Szene einen ungewöhnlich ambitionierten Weg einschlug. MERLIN verbanden melodischen Heavy Metal mit Fantasy-Thematik, erzählerischen Konzepten und einer bemerkenswerten kompositorischen Reife. Besonders die Stücke „Der Zauberer“, „Excalibur“ und vor allem das monumentale „Artus“ zeigen ganz wunderbar, welches Potenzial in dieser Band steckte. Hätte das geplante Amiga-Album tatsächlich das Licht der Welt erblickt, könnte MERLIN heute deutlich häufiger in einem Atemzug mit den wichtigsten ostdeutschen Metalbands genannt werden. So bleibt diese Veröffentlichung ein faszinierendes Dokument einer Band, die zur falschen Zeit am richtigen Ort war – und ein kleines verlorenes Kapitel der deutschen Metalgeschichte.
Für Freunde von DDR-Rock, melodischem Heavy Metal, frühen Fantasy-Konzepten und historisch interessanten Archivveröffentlichungen ist diese CD eine echte Entdeckung und ein Must Have (wenn ich das mal neudeutsch in Worte kleiden darf)...
(Christian Reder)
Seh- und Hör-Bar:

VÖ: 20.03.2026; Label: German Democratic Recordings; Katalognummer: GDR 044; Musiker: Mario Schneider (Gesang), Rocco Stellmacher, Dan Uhden (Gitarren), Frank Lebe (Bass), unbekannter Musiker (Keyboards/Synthesizer), Marcel Thiele (Schlagzeug); Bemerkung: Mitschnitt des Konzerts beim 6. Berliner Rocksommer der FDJ auf der Insel der Jugend am 21. Juli 1989. Dieses Album ist ausschließlich auf CD erschienen. CD in Jewel-Case mit Booklet inklusive Biografie, allerdings ohne Abdruck der Songtexte;