Pe Werner: "Vitamin Pe" (Album)
VÖ: 26.04.2024; Label: energie KULTUR; Katalognummer: 4050538968064; Musiker: Pe Werner (Gesang), Guido Jöris (Schlagzeug, Percussion, Chorgesang), Christian von Kaphengst (Kontra- und E-Bass), Frank Chastenier (Flügel, Fender Rhodes, Orgel), Bruno Müller (Akustik- und E-Gitarren), Peter Koobs (Akustik- und E-Gitarren); Produzent: Pe Werner; Bemerkung: Dieses Album ist ausschließlich auf CD erhältlich. Es kommt im Digipak inkl. Booklet mit Abdruck aller Songtexte;Titel: "Liebe geht bekanntlich durch den Magen", "Leierkastenmann", "Rosen unterm Schnee", "Auf Sommerzeit", "Wer los lässt - hat die Hände frei", "Was ein Mann tun muss", "Du bist nicht, was ich glaubte", "Unbemannt", "Land in Sicht", "Wolkenreiten", "In deinem Schatten", "Hinterm Ozean", "Sternschnuppennacht" |
Rezension:
Pe Werners neues Album "Vitamin Pe" dürfte insbesondere bei ihren langjährigen Fans hochwillkommen sein, denn es bietet eine Art alternative "Hitsammlung" und gleichzeitig etwas Neues. Die Sängerin und Liederschreiberin hat im Laufe der Zeit immer wieder Lieder für andere Künstler wie Mary Roos, Katja Ebstein und Stefan Gwildis geschrieben. Daraus hat sie nun Lieblingslieder ausgewählt und erstmals in eigenen Versionen aufgenommen. Herausgekommen ist dabei ein Album, das alle Qualitäten vereint, die Pe in ihrer inzwischen 35 Jahre währenden Plattenkarriere erfolgreich gemacht haben. Auch wenn sie für andere geschrieben hat, blieb sie offensichtlich ihrer persönlichen Handschrift treu, so dass es ihr nun nicht schwerfiel, sich die Lieder für ein eigenes Album wieder zu eigen zu machen.
Als ein Album "wie aus einem Guss" würde ich die Platte trotzdem nur bedingt bezeichnen, denn Vielseitigkeit ist bei Pe Werner schon von Anfang an Programm. So wechseln auch auf "Vitamin Pe" immer wieder Stimmung und Stil. Es geht los mit einer Easy-Listing-Nummer von der Liebe, die durch den Magen geht. Ein leichtes, grooviges Stück, das sie einst dem Kabarettisten Bernd Stelter überließ. Tiefgängiger sind die beiden folgenden Stücke, melodisch poppig der "Leierkastenmann" und das soft-jazzige "Rosen unterm Schnee".
Dann folgt für mich ein Höhepunkt des Albums, denn "Auf Sommerzeit" hätte auch ein kleiner Hit zu der Zeit sein können, als Pe Werner noch als Mainstream-Künstlerin ab und zu in den Charts vertreten war. Ein optimistisch klingender Popsong, in dem Pe Werner den Hörer mit ihrer unverbraucht und jung gebliebenen Stimme umschmeichelt. Etwas abgeklärter klingt sie im ironischen "Was ein Mann tun muss", das für ihre Kabarettseite steht, allerdings nicht so berührend ist wie die Popballaden.
Es gibt Songs, die etwas zupackender sind und in leicht rockige Gefilde gehen, zum Beispiel "Wer los lässt - hat die Hände frei". Auch da bleiben die Arrangements jedoch luftig und groovig; man hört, dass Pe Werners wichtigster musikalischer Partner auf diesem Album, Guido Jöris (Arrangeur, Sänger und Schlagzeuger u.a. bei der SWR Bigband), vom Jazz kommt. Die Lieder wurden in einer zweitägigen Session live im Studio aufgenommen und hinterher nur noch dezent verziert. Das klingt handgemacht und trotzdem gediegen.
Unter den schönen ruhigeren Nummern ragt für mich noch "Hinterm Ozean" heraus. Pe Werner schrieb das Lied für den European Song Contest, scheiterte mit ihrer Interpretin aber leider knapp im Vorentscheid. Erwähnenswert ist auch noch der Schlusstitel "Sternschnuppennacht". Hier hat Pe Werner einen Text zum Largo von "Aus der neuen Welt" von Anton Dvorák vertont und beschließt damit ein eindrucksvolles Album.
Mit dieser zeitlosen Songkollektion bringt sich Pe Werner aufs Angenehmste in Erinnerung. Musikalisch kann sie unbesorgt in diesem Stil weitermachen. Sollten sich Ideen für neue Lieder und Texte nicht schnell genug einstellen, wäre vielleicht auch ein Album denkbar, auf dem sie Songs von anderen Autoren ihre angenehme Stimme leiht.
(Rainer Buck)
Als ein Album "wie aus einem Guss" würde ich die Platte trotzdem nur bedingt bezeichnen, denn Vielseitigkeit ist bei Pe Werner schon von Anfang an Programm. So wechseln auch auf "Vitamin Pe" immer wieder Stimmung und Stil. Es geht los mit einer Easy-Listing-Nummer von der Liebe, die durch den Magen geht. Ein leichtes, grooviges Stück, das sie einst dem Kabarettisten Bernd Stelter überließ. Tiefgängiger sind die beiden folgenden Stücke, melodisch poppig der "Leierkastenmann" und das soft-jazzige "Rosen unterm Schnee".
Dann folgt für mich ein Höhepunkt des Albums, denn "Auf Sommerzeit" hätte auch ein kleiner Hit zu der Zeit sein können, als Pe Werner noch als Mainstream-Künstlerin ab und zu in den Charts vertreten war. Ein optimistisch klingender Popsong, in dem Pe Werner den Hörer mit ihrer unverbraucht und jung gebliebenen Stimme umschmeichelt. Etwas abgeklärter klingt sie im ironischen "Was ein Mann tun muss", das für ihre Kabarettseite steht, allerdings nicht so berührend ist wie die Popballaden.
Es gibt Songs, die etwas zupackender sind und in leicht rockige Gefilde gehen, zum Beispiel "Wer los lässt - hat die Hände frei". Auch da bleiben die Arrangements jedoch luftig und groovig; man hört, dass Pe Werners wichtigster musikalischer Partner auf diesem Album, Guido Jöris (Arrangeur, Sänger und Schlagzeuger u.a. bei der SWR Bigband), vom Jazz kommt. Die Lieder wurden in einer zweitägigen Session live im Studio aufgenommen und hinterher nur noch dezent verziert. Das klingt handgemacht und trotzdem gediegen.
Unter den schönen ruhigeren Nummern ragt für mich noch "Hinterm Ozean" heraus. Pe Werner schrieb das Lied für den European Song Contest, scheiterte mit ihrer Interpretin aber leider knapp im Vorentscheid. Erwähnenswert ist auch noch der Schlusstitel "Sternschnuppennacht". Hier hat Pe Werner einen Text zum Largo von "Aus der neuen Welt" von Anton Dvorák vertont und beschließt damit ein eindrucksvolles Album.
Mit dieser zeitlosen Songkollektion bringt sich Pe Werner aufs Angenehmste in Erinnerung. Musikalisch kann sie unbesorgt in diesem Stil weitermachen. Sollten sich Ideen für neue Lieder und Texte nicht schnell genug einstellen, wäre vielleicht auch ein Album denkbar, auf dem sie Songs von anderen Autoren ihre angenehme Stimme leiht.
(Rainer Buck)
Seh- und Hör-Bar:

VÖ: 26.04.2024; Label: energie KULTUR; Katalognummer: 4050538968064; Musiker: Pe Werner (Gesang), Guido Jöris (Schlagzeug, Percussion, Chorgesang), Christian von Kaphengst (Kontra- und E-Bass), Frank Chastenier (Flügel, Fender Rhodes, Orgel), Bruno Müller (Akustik- und E-Gitarren), Peter Koobs (Akustik- und E-Gitarren); Produzent: Pe Werner; Bemerkung: Dieses Album ist ausschließlich auf CD erhältlich. Es kommt im Digipak inkl. Booklet mit Abdruck aller Songtexte;