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Maike Virk: "Himmelslieder" (EP)

virk2025 0 20250830 1404105804VÖ: 25.04.2025; Label: Timezone Records; Katalognummer: 4260673697839, Musiker: Maike Virk (Violine, Viola, Streichersatz), Manuel Schmid (Gesang, Piano), Basti Reznicek (Drums, Backing Vocals), Jäcki Reznicek (Bass, Fretless Bass), Moritz Engelmann (Gesang), Steffi Breiting (Gesang), Marcus Hetzel (Gitarre), Tobias Hillig (Gitarre), Michael Lehmann (Gitarre); Bemerkung: Dieses Album ist digital und auf CD erhältlich; CD in 6seitigem Klappcover ohne Booklet;

Titel:
"G.I.N."; "Meine Hände"; "Asyl im Paradies"; "Himmelslieder"


Rezension:


Diese Sammlung von vier Titeln, einfach, aber stilvoll in einer aufklappbaren 6seitigen Papp-Einsteckhülle verpackt, ist für mich eines der musikalischen Highlights dieses Jahres. Mit einer Spieldauer von etwas über 16 Minuten erreicht die Scheibe in etwa den Umfang einer Schallplattenseite und hat nur den kleinen Nachteil, dass man sie nach Verklingen des letzten Stücks nicht noch umdrehen kann. Dafür kann man auf Repeat drücken, und da die EP nicht nur ansprechend, sondern auch musikalisch überaus gehaltvoll ist, wird man beim Wiederhören sicher auf neue schöne Details stoßen.

Maike Virk, ansässig in Dresden, spielt Violine und Bratsche und ist klassisch ausgebildet. Mit Violine ist man für gewöhnlich in Rock- und Popbands eher als Begleitung unterwegs, abgesehen von einigen bekannten Crossover-Acts. Doch vor kurzem wartete die Musikerin mit einem Solo-Debüt auf, dem nun diese zweite Scheibe unter eigenem Namen folgt. Beide Platten sind allerdings geprägt durch das Zusammenwirken mit unterschiedlichen Sängern, Songschreibern und Instrumentalisten, die unterschiedlichste Akzente einbringen. Maike Virks Spiel ist quasi der "rote Faden", der alles lose verbindet.

Sie spielt sich bei den Stücken nicht einmal offensichtlich in den Vordergrund, setzt aber wesentliche Akzente durch ihr Spiel und ihre Arrangements. Und ihr kommt natürlich das Verdienst zu, die hier mitwirkenden musikalischen Talente für das Projekt versammelt zu haben. Als erster sei Moritz Engelmann genannt, Sänger in Maikes aktueller Band. Stimmlich erinnerte er mich stark am James Blunt, wenn das englischsprachige Stück "G.I.N." balladenhaft einsetzt. Im Refrain zieht das Tempo an, insgesamt wird es zu einem veritablen Artrock-Stück. Maike, die sich mit dem Sänger die "credits" für die Komposition teilt, kommt in der zweiten Hälfte ins Spiel, sowohl in einer rockigen als auch in einer atmosphärisch ruhigen Passage. Es gab einmal eine US-Westcoast-Band mit dem Namen "It's A Beautiful Day", die Ende der 60er Jahre eine Violine als Rockinstrument einsetzte. Eine andere Referenz ist natürlich der CITY-Titel "Am Fenster", der beweist, was ein einzelnes Streichinstrument für einen Song leisten kann.
Als Tracks 2 und 3 folgen zwei Coverversionen mit Stern-Meissen-Sänger Manuel Schmid. Das atemberaubend schöne "Meine Hände" von Holger Biege und Werner Karma ist in Text und Melodie und durch die einfühlsame Vokal-Darbietung von Manuel so stark geraten, dass die EP allein damit schon dem Titel "Himmelslieder" gerecht wird. Maike sorgt fürs i-Tüpfelchen in einem perfekten Arrangement. Es folgt SILLYs "Asyl im Paradies", wo die Violine mal richtig im Vordergrund steht. Eine perfekte "unplugged"-Version dieses Titels. Maike unterstützt hier auch dezent als Background-Sängerin, was der Darbietung noch mehr Tiefe gibt. Diese beiden Cover-Titel sind für alle Fans von Manuel Schmid eine wunderbare "Zugabe" zu dessen Projekt mit Dirk Zöllner.
Zum Abschluss der EP folgt der Titelsong, der sich beim ersten Hören als Überraschung erweist, denn "Himmelslieder" entpuppt sich als überraschend erdiger Bluesrocker, dem die Sängerin Steffi Breiting den Stempel aufdrückt. Es ist ein unsentimentaler, leicht frivoler Beziehungssong, dargeboten mit einem Augenzwinkern, und die Fiddle rockt hier überwiegend lässig und doch kraftvoll mit. Westernhagen schrieb in seiner ersten Glanzzeit ähnliche Nummern wie diese aus der Feder von Maike Virk.

Damit sind wir leider schon durch, aber -wie gesagt- es gibt ja die "Repeat"-Taste.
(Rainer Buck)




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