
Ein Konzertbericht mit Fotos von Sandy Reichel
Wer in den 80ern in der DDR aufgewachsen ist und sich für härtere Rockmusik interessierte, kam an der 1983 im thüringischen Tambach-Dietharz gegründeten Gruppe HARDHOLZ nicht vorbei. Sie gehörte neben Bands wie FORMEL 1, BABYLON, BIEST oder MCB zu den führenden Vertretern der DDR Heavy Metal-Szene. Die Songs "Tannhäuser" und "Asphaltlady" dürften wohl die bekanntesten Songs der Band aus dieser Zeit sein. Bis Ende der 90er machte die Kapelle die Bühnen des Landes unsicher und legte dann eine längere Pause ein. Seit gut zwei Jahren sind die HARDHÖLZER wieder aktiv. Bei der Geburtstagsparty des Gitarristen 'Ede' traf man sich wieder und entschied gemeinsam, musikalisch wieder anzugreifen.
Das Comeback war beschlossene Sache. Neben den Gründungsmitgliedern Lutz 'Ede' Edelhäuser (Gitarre), Michael 'Hölzer' Brill (Bass) und Frank 'Franky' Brill (Schlagzeug) gehört seit dem vergangenen Jahr auch Thomas 'Kelle' Köhler als neuer Sänger zur Besetzung. Man versucht derzeit, an alte Zeiten anzuknüpfen, ohne dabei im Gestern stecken zu bleiben. Darum bietet sich das Quartett nun auch wieder den Veranstaltern im Lande an, um es auf der Bühne ordentlich krachen zu lassen. Ein Konzert der Band fand am vergangenen Freitag in der Berliner Rock- und Metal-Bar "Blackland" statt.
Ich war zum ersten Mal hier im Prenzlauer Berg. Eigentlich kein Wunder, denn Heavy Metal ist dann doch nicht ganz so meine Richtung. Trotzdem wollte ich mir die Band und ihr Live-Programm anschauen. Durch eine falsch angegebene Anfangszeit, war ich viel zu früh vor Ort. Das machte aber nichts und kam mir sogar noch entgegen, denn so konnte ich in aller Ruhe noch mit der Band plaudern. Dabei erfuhr ich, dass sie die Aufnahme eines neuen Albums planen. Es soll darauf älteres mit neuem Material gemischt werden. Die neuen Songs sollen in der Gemeinschaft entstehen, d.h. jeder der Musiker kann seine eigenen Ideen, Texte und Kompositionen einbringen. Für die Fans wäre das ein tolles Ding, liegt das letzte Album von HARDHOLZ ("Jäger und Gejagte", Eigenvertrieb, 1995) nun ja auch schon 20 Jahre zurück.
Die Mugge am Freitag war kein reines HARDHOLZ-Konzert. Vor HARDHOLZ gaben die Jungs von der Gruppe PANZERKREUZER ihr Bestes, und nach ihrem Auftritt waren noch METALL an der Reihe. Ich war aber wegen HARDHOLZ hier, die den Mittelteil dieses "Festivals" bestritten, weshalb ich mich in diesem Beitrag auch nur auf ihren Auftritt beschränke. Dieser begann gegen 22:30 Uhr ...
Der Auftritt von HARDHOLZ wurde mit dem Klassik-Stück "Carmina Burana", das vom Band eingespielt wurde, eröffnet. Die Musiker und nahmen ihre Plätze ein und los ging's mit "Charon", einem Song aus den 90ern, der bereits auf dem Demo und dem ersten Album zu hören war. Es folgte das Stück "Prophezeihung" vom gleichen Album. Schon zum Intro gesellte sich der leibhaftige Tod zur Besetzung auf der Bühne. Stilecht mit Sense, schwarzem Kapuzen-Umhang und Totenschädel legte er zu den ersten harten Riffs und Beats seine Show auf's Parkett.
Im Laufe des Abends konnte man den 'Hölzer' dabei beobachten, wie er zwischen seinem 4-saitigen und seinem 5-saitigen Bass wechselte, um den jeweiligen Songs die nötige Tiefe zu verleihen. Frontmann 'Kelle' bewies beim Vortrag der Songs aus all den Jahren seit 1983, die damals immerhin für einen anderen Sänger geschrieben wurden, seine Wandelbarkeit und wie gut er die Bandphilosophie schon verinnerlicht hat. 'Franky' am Schlagzeug bearbeitete seine Becken und Felle unermüdlich. Unglaublich, welche Energie und Kondition in dem Mann steckt. Er war außerdem auch an der Mundharmonika zu erleben. 'Ede' sorgte mit seinem Spiel auf den sechs Saiten für das richtige "Metal-Feeling". Er ließ sein Instrument ganz nach Belieben schreien und wimmern. Der Verbund der Musiker versetzte das Publikum ein ums andere Mal in Begeisterung. Im Verlauf des Konzerts kam dann noch ein zweiter Gitarrist mit dazu, der mir namentlich aber nicht bekannt ist. Er ergänzte das Line Up für einen einzigen Song und machte deutlich, wie gut der Band ein zweiter Saiten-Hexer zu Gesicht stehen würde.
Mit "Sonnenfinsternis" und "Herzinfarkt" befanden sich auch Titel im Set, die mir nicht bekannt waren, die aber voll und ganz im Stile der HARDHÖLZer gespielt wurden. Gegen Ende der Mugge kam dann auch der Tod noch einmal auf die Bühne zurück. Wir, die wir am Freitagabend dabei waren, wissen jetzt, dass der Tod ein Bayer ist ;-)
Natürlich befanden sich auch die Klassiker "Wieland der Schmied" und "Tannhäuser" im Programm. Die "Asphaltlady" gab es ebenfalls, allerdings erst als Zugabe. Danach verabschiedeten sich die vier Herren aber auch von ihrem Publikum und überließen die Bühne der Gruppe METALL.
Unterm Strich war das Konzert eine weitere Erfahrung für mich, was es auf dem Musiksektor so alles gibt. Die Jungs hatten das Publikum mit ihrer Musik auf jeden Fall gleich eingefangen. Die Konzertbesucher waren in bester Stimmung, ließen bei den Songs von HARDHOLZ beim Headbangen die Frisuren ordentlich fliegen und sangen bei einzelnen Liedern kräftig mit. Der junge Sänger, der vom geschätzten Alter her mit der Geschichte von HARDHOLZ eigentlich gar nichts zu tun haben kann, machte einen tollen Job. Er überzeugte nicht nur stimmlich, sondern auch vom Auftreten her. Es ist niemals leicht, das Erbe eines Frontmanns anzunehmen, und Stephan Buchfeld, der den Posten bis zur Pause im Jahre 1997 inne hatte, hinterlässt sicher keine kleinen Fußspuren. Chapeau, 'Kelle'!. Man darf gespannt sein, was die Band in Zukunft noch auf die Beine stellt. Wir bleiben dran ...
Bitte beachtet auch:
• Off. Homepage von HardHolz: www.hardholz.de
• Homepage des "Blackland" in Berlin: www.blackland.eu
• Portrait über HardHolz bei Deutsche Mugge: HIER
Das Comeback war beschlossene Sache. Neben den Gründungsmitgliedern Lutz 'Ede' Edelhäuser (Gitarre), Michael 'Hölzer' Brill (Bass) und Frank 'Franky' Brill (Schlagzeug) gehört seit dem vergangenen Jahr auch Thomas 'Kelle' Köhler als neuer Sänger zur Besetzung. Man versucht derzeit, an alte Zeiten anzuknüpfen, ohne dabei im Gestern stecken zu bleiben. Darum bietet sich das Quartett nun auch wieder den Veranstaltern im Lande an, um es auf der Bühne ordentlich krachen zu lassen. Ein Konzert der Band fand am vergangenen Freitag in der Berliner Rock- und Metal-Bar "Blackland" statt.Ich war zum ersten Mal hier im Prenzlauer Berg. Eigentlich kein Wunder, denn Heavy Metal ist dann doch nicht ganz so meine Richtung. Trotzdem wollte ich mir die Band und ihr Live-Programm anschauen. Durch eine falsch angegebene Anfangszeit, war ich viel zu früh vor Ort. Das machte aber nichts und kam mir sogar noch entgegen, denn so konnte ich in aller Ruhe noch mit der Band plaudern. Dabei erfuhr ich, dass sie die Aufnahme eines neuen Albums planen. Es soll darauf älteres mit neuem Material gemischt werden. Die neuen Songs sollen in der Gemeinschaft entstehen, d.h. jeder der Musiker kann seine eigenen Ideen, Texte und Kompositionen einbringen. Für die Fans wäre das ein tolles Ding, liegt das letzte Album von HARDHOLZ ("Jäger und Gejagte", Eigenvertrieb, 1995) nun ja auch schon 20 Jahre zurück.
Die Mugge am Freitag war kein reines HARDHOLZ-Konzert. Vor HARDHOLZ gaben die Jungs von der Gruppe PANZERKREUZER ihr Bestes, und nach ihrem Auftritt waren noch METALL an der Reihe. Ich war aber wegen HARDHOLZ hier, die den Mittelteil dieses "Festivals" bestritten, weshalb ich mich in diesem Beitrag auch nur auf ihren Auftritt beschränke. Dieser begann gegen 22:30 Uhr ...
Der Auftritt von HARDHOLZ wurde mit dem Klassik-Stück "Carmina Burana", das vom Band eingespielt wurde, eröffnet. Die Musiker und nahmen ihre Plätze ein und los ging's mit "Charon", einem Song aus den 90ern, der bereits auf dem Demo und dem ersten Album zu hören war. Es folgte das Stück "Prophezeihung" vom gleichen Album. Schon zum Intro gesellte sich der leibhaftige Tod zur Besetzung auf der Bühne. Stilecht mit Sense, schwarzem Kapuzen-Umhang und Totenschädel legte er zu den ersten harten Riffs und Beats seine Show auf's Parkett.Im Laufe des Abends konnte man den 'Hölzer' dabei beobachten, wie er zwischen seinem 4-saitigen und seinem 5-saitigen Bass wechselte, um den jeweiligen Songs die nötige Tiefe zu verleihen. Frontmann 'Kelle' bewies beim Vortrag der Songs aus all den Jahren seit 1983, die damals immerhin für einen anderen Sänger geschrieben wurden, seine Wandelbarkeit und wie gut er die Bandphilosophie schon verinnerlicht hat. 'Franky' am Schlagzeug bearbeitete seine Becken und Felle unermüdlich. Unglaublich, welche Energie und Kondition in dem Mann steckt. Er war außerdem auch an der Mundharmonika zu erleben. 'Ede' sorgte mit seinem Spiel auf den sechs Saiten für das richtige "Metal-Feeling". Er ließ sein Instrument ganz nach Belieben schreien und wimmern. Der Verbund der Musiker versetzte das Publikum ein ums andere Mal in Begeisterung. Im Verlauf des Konzerts kam dann noch ein zweiter Gitarrist mit dazu, der mir namentlich aber nicht bekannt ist. Er ergänzte das Line Up für einen einzigen Song und machte deutlich, wie gut der Band ein zweiter Saiten-Hexer zu Gesicht stehen würde.

Mit "Sonnenfinsternis" und "Herzinfarkt" befanden sich auch Titel im Set, die mir nicht bekannt waren, die aber voll und ganz im Stile der HARDHÖLZer gespielt wurden. Gegen Ende der Mugge kam dann auch der Tod noch einmal auf die Bühne zurück. Wir, die wir am Freitagabend dabei waren, wissen jetzt, dass der Tod ein Bayer ist ;-)
Natürlich befanden sich auch die Klassiker "Wieland der Schmied" und "Tannhäuser" im Programm. Die "Asphaltlady" gab es ebenfalls, allerdings erst als Zugabe. Danach verabschiedeten sich die vier Herren aber auch von ihrem Publikum und überließen die Bühne der Gruppe METALL.
Unterm Strich war das Konzert eine weitere Erfahrung für mich, was es auf dem Musiksektor so alles gibt. Die Jungs hatten das Publikum mit ihrer Musik auf jeden Fall gleich eingefangen. Die Konzertbesucher waren in bester Stimmung, ließen bei den Songs von HARDHOLZ beim Headbangen die Frisuren ordentlich fliegen und sangen bei einzelnen Liedern kräftig mit. Der junge Sänger, der vom geschätzten Alter her mit der Geschichte von HARDHOLZ eigentlich gar nichts zu tun haben kann, machte einen tollen Job. Er überzeugte nicht nur stimmlich, sondern auch vom Auftreten her. Es ist niemals leicht, das Erbe eines Frontmanns anzunehmen, und Stephan Buchfeld, der den Posten bis zur Pause im Jahre 1997 inne hatte, hinterlässt sicher keine kleinen Fußspuren. Chapeau, 'Kelle'!. Man darf gespannt sein, was die Band in Zukunft noch auf die Beine stellt. Wir bleiben dran ...Setlist:
Zum Vergrößern bitte anklicken

Termine:
• 25.09.2015 - Eschwege - E-Werk (VII. Long Heavy Night)
Alle Angaben ohne Gewähr! Nähere Infos und weitere Termine auf der bandeigenen Homepage.
Zum Vergrößern bitte anklicken
Termine:
• 25.09.2015 - Eschwege - E-Werk (VII. Long Heavy Night)
Alle Angaben ohne Gewähr! Nähere Infos und weitere Termine auf der bandeigenen Homepage.
Bitte beachtet auch:
• Off. Homepage von HardHolz: www.hardholz.de
• Homepage des "Blackland" in Berlin: www.blackland.eu
• Portrait über HardHolz bei Deutsche Mugge: HIER
Fotostrecke:
