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Ein Konzertbericht mit Fotos von Reinhard Baer

 

Am letzten Wochenende war es wieder soweit. Die Stadtwerke Potsdam spendierten nun schon das fünfzehnte Jahr in Folge ihrer Stadt und den Bürgern drei tolle Tage, die es in sich hatten. Am Freitag kamen die Freunde der klassischen Musik auf ihre Kosten, am Sonnabend war Rock und Pop angesagt und der Sonntag war wieder der Tag für die Familien eingeplant.a Ich habe das Fest am Samstag besucht, wo ab 16:00 Uhr bis kurz vor Mitternacht fünf Bands und Solisten auftraten. Am Nachmittag, gegen 14:00 Uhr, setzte ich mich in Richtung Potsdam in Bewegung. Bei den Stadtwerke-Festen, welche ich bisher besucht habe, hat es entweder wie aus Eimern geregnet oder es schien die Sonne und die Temperaturen waren kaum auszuhalten. Für den vergangenen Samstag war einer der heißesten Tage dieses Sommers angesagt womit vorher schon klar war, dass es wieder mal "feucht" werden würde. Darum packte ich in meine Fototasche nur die Kamera und ein Objektiv ein. Irgendwelchen Schnickschnack, den ich am Ende doch nicht brauchen würde, ließ ich zu Hause. Dafür kamen einige Flaschen Wasser mit hinein. Auf dem Festplatz am alten Lustgarten holte ich mir - wie jedes Jahr meine - Karte ab die mich berechtigte, direkt vor der Bühne zu fotografieren, und es konnte losgehen. Gegen 16:00 Uhr betrat dann auch die erste Band die Bühne.

Vor der Bühne war jetzt noch jede Menge Platz und mein "Privileg", vor die Absperrung direkt vor der Bühne zu gehen, nutzte ich bei den ersten beiden Bands nicht. In der glühenden Sonne war es einfach viel zu heiß, und sich zwischen all den anderen Fotografen zu bewegen wäre sicher zur Zumutung geworden. Ich stand darum am Zaun und konnte von dort aus man gut fotografieren. Neben der Bühne stand jemand mit einem Wasserschlauch. Ab und an sprühte er in die Luft und das Wasser vernebelte. Wer wollte, konnte durch die von Menschenhand erzeugte Wolke laufen, um sich abzukühlen. Wasser zum Trinken gab es übrigens an mehreren Stellen kostenlos.b Ein toller Service vom Veranstalter, der um das Wohl seiner Gäste besorgt war. Das Einpacken meiner Flaschen hätte ich mir also auch sparen können. Die Moderation dieser Veranstaltung lag wieder einmal - wie auch schon in den Vorjahren - in den Händen von Ulrike Finck, einer bekannten TV-Journalistin vom RBB.

Die erste Band des Nachmittags hieß KROGMANN. KROGMANN, das sind Stefan (voc), Klixx (key), Steffen (bass), Chris (git) und Marc (drums). Die Kapelle hat sich in und um Potsdam bereits einen Namen gemacht. Sie haben schon ein eigenes Album produziert und ein zweites ist in Arbeit. Dieser Auftritt war für die noch junge Band der erste auf einer so großen Bühne und vor so vielen Leuten, wobei sich der Platz gerade erst mit Publikum füllte. Fast eine Dreiviertelstunde spielte die Band deutschsprachige Titel von ihren ersten und in einem Fall auch vom kommenden zweiten Album. Nach KROGMANN gab es einen kurzen Umbau auf der Bühne, bevor der nächste Künstler seinen Auftritt hatte, und dieser hieß MARK FORSTER.

MARK FORSTER war 2015 mit seinem Titel "Au Revoir" für den Echo "Hit des Jahres" nominiert und man kennt ihn als Coach und Jury-Mitglied bei "The Voice Kids" im SAT 1- Fernsehen. Er stand am Samstag zusammen mit einer fünfköpfigen Band für etwa 75 Minuten auf der Bühne. Bei diesem Live-Act füllte sich der Platz dann auch mit mehr Leuten.c Forster beackerte die ganze Bühnenbreite und viele im Publikum sangen seine Songs mit. Zwischen den Songs erzählte er auch mal was. Auf der Setlist (zu finden in der Fotostrecke unten) waren diese Moderations-Stellen mit "BlaBla" gekennzeichnet. Ein BlaBla heißt "Das blaue Ding". Das "Blaue Ding" hat er sich mal im Internet bestellt und ich sage dazu Blasharmonika, andere nennen es Melodica. Bei MARC FORSTER ist es das "blaue Ding", weil es eben blau ist. Außerdem forderte er das Publikum immer wieder auf, "Wasser trinken!" Bei diesen Temperaturen ein wohlgemeinter Rat, an den er sich selbst natürlich auch hielt. Nach Forsters letztem Titel plus Zugabe wurde auf der Bühne wieder etwas umgebaut. Moderatorin Ulrike Finck nutzte solche Pausen, um das Publikum etwas zu beschäftigen. Sie bat den Mann am Kamerakran, doch die Kamera in die Menge zu halten und zu zoomen. Immer wenn sich ein Paar auf der Videowand entdeckt hatte, sollte es sich küssen. Ein anderes Spiel bestand darin, dass sich drei Paare eine Tüte Erdnusschips in "den zuckersüßen Mund" stecken sollte, und wer das meiste Knabberzeug schaffte, hatte gewonnen. Ihr könnt es Euch sicher schon denken: Das mit den Erdnusschips und dem zuckersüßen Mund war natürlich eine Brücke zur nächsten Band, bei der es im Song "Kling Klang" so heißt.

dDie nächste Band war also KEIMZEIT - im Landkreis Potsdam-Mittelmark beheimatet. Das aktuelle Album von KEIMZEIT heißt "Auf einem Esel ins All" und die Band spielt in der Besetzung Norbert Leisegang (voc, git), Hartmut Leisegang (bass), Andreas Sperling (key), Sebastian Piskorz (Horn), Martin Weigel (git, voc), Lin Dittmann (drums). Mit dem Titel "Guten Morgen Deutschland" vom aktuellen Album ging es los, und zwei weitere Titel vom selben Album waren am Samstag noch mit im Programm. Natürlich fehlten ältere Werke und Hits wie "Maggie" und "Kling Klang" nicht. Etwa 90 Minuten begeisterte die Band das Publikum, danach plauderte Norbert Leisegang noch ein wenig mit Ulrike Finck. Anschließend gingen die Musiker zu einem Stand rechts von der Bühne. Hier konnte man u.a. das aktuelle Album kaufen und sich von der Band an Ort und Stelle signieren lassen.

Auf der Bühne wurde wieder Platz geschaffen für die nächsten Gäste, und die kamen aus Philadelphia/Pensylvania (USA), wo die Band THE HOOTERS 1980 gegründet wurde. Zur Band gehören heute Eric Bazillan (git, mand, harp, fl, voc), Tommy Williams (git), Rob Hyman (key, acc, voc, melodica), Fran Smith jr. (bass), John Lilley (git, mand) und Dave Uosikkinen (drums).e THE HOOTERS spielen eine Mischung aus härterem Rock, New Wave und Folk unter Einsatz von Instrumenten wie Mandoline, Flöte, Mundharmonika, Akkordeon oder Melodica (also, "das blaue Ding"!). Die sechs Musiker lieferten einen perfekten Sound und eine Super-Performance ab. Inzwischen war es auch dunkel geworden und die Lichtshow kam voll zur Geltung. Etwa neunzig Minuten bekamen wir ihre (und andere) Hits wie z.B. "Satellite", "Karla With A K", "Ordinay Lives", "All You Zombies", "500 Miles", "The Boys Of Summer" (im Original von Don Henley) und gegen Ende des Konzertes noch "Johnny B" zu hören. Bei einem mir leider nicht bekannten Titel wurde sogar eine Strophe auf Deutsch gesungen. Die Überraschung kam dann aber in der vom Publikum lautstark eingeforderten Zugabe. Schon die ersten Takte auf Eric Bazillans Mandoline ließen es erkennen: THE HOOTERS spielten den NDW-Klassiker "Major Tom" von Peter Schilling - und das komplett auf Deutsch! Ein kleiner Texthänger - das kann bei so einem tollen Konzert schon mal passieren. Der Frontmann schnappte sich einfach den am Bühnenboden fixierten Zettel, auf dem der Text geschrieben war, dann ging es weiter mit dem "Major" und seiner Reise ins All.

Nach THE HOOTERS stand uns Besuchern noch ein Höhepunkt bevor, der nach dem letzten Bühnen-Umbau kommen sollte. Und so stand um 22:00 Uhr LIONEL RICHIE mit seiner fünfköpfigen Band auf der Bühne. Auch dieser Programmteil dauerte etwa 90 Minuten. Auf dem Platz vor der Bühne standen die Menschen inzwischen dicht gedrängt. Ich hatte, nachdem ich den Raum vor der Bühne verlassen hatte, noch einen Platz links von der Bühne ergattert. Zur anderen Seite zu kommen war zu diesem Zeitpunkt des Festivals unmöglich geworden. Überall feiernde, tanzende und mitsingende Fans. LIONEL RICHIE präsentierte seine Hits mal langsam, mal rockig und schnell.f Er rannte über die Bühne, stellenweise auch zusammen mit seinem Gitarristen und seinem Bassisten. Für einige Songs saß der Sänger auch an einem Flügel, der - als er gebraucht wurde - extra auf die Bühne geschoben und hinterher wieder bei Seite gestellt wurde. Leider konnte ich die Momente am Flügel nur vom hinteren Bereich einfangen bzw. nur die Momente nutzen, wo er sich zum Publikum drehte. Mit seinen Hits wie "Hello", "Say You, Say Me", "Ballerina Girl", "Easy Like Sunday Morning" und anderen bekannten Titeln begeisterte Richie sein Publikum vom ersten bis zum letzten Ton. Am Ende gab es noch den Megahit "All Night Long", danach gingen die Musiker von der Bühne. Die lauten Rufe der Konzertbesucher nach einer Zugabe wurden aber nicht erfüllt. Ulrike Finck kam dann noch einmal auf die Bühne und erklärte, dass LIONEL RICHIE wieder zum Flieger müsse. Er sei auf Welttournee und da ist der Zeitplan eng gestrickt - so eng, dass weitere vier bis fünf Minuten nicht mehr drin saßen. Irgendwie möchte man diese Ausreden, wie wir sie ja auch von "Wetten dass...?!" schon kennen, nicht mehr glauben. Welcher Terminplan ist so eng gestrickt, dass der Künstler direkt von der Bühne in einen Flieger steigt? Wie dem auch sei ... Damit war der Abend gegen 23:30 Uhr ziemlich plötzlich zu Ende.

Zwischenzeitlich hatte doch ein leichter Wind über den Platz geweht und sogar einige Regentropfen waren gefallen. In der Ferne waren auch Blitze am Himmel zu sehen, aber mehr passierte wettermäßig nicht mehr. Die Temperaturen blieben tropisch. Ich ließ mich vom Menschenstrom treiben und bewegte mich in Richtung Auto. Dieses stand nicht mehr auf dem Parkplatz am Hauptbahnhof - wie in den Vorjahren. Da ist inzwischen eine große Baustelle und es entsteht das Gebäude der Investitionsbank des Landes Brandenburg. "Wie immer ein tolles Stadtwerke Fest in Potsdam mit einer bunten Zusammenstellung von Bands und Solisten", dachte ich auf dem Weg zum Auto. Wir sehen uns im nächsten Jahr wieder. Wettertechnisch dann vielleicht mal mit einer gesünderen Mischung und nicht wieder mit einem der bis jetzt immer wieder erlebten Extreme.


Bitte beachtet auch:

• Off. Homepage von Krogmann: www.einfachkrogmann.de

• Off. Homepage von Mark Forster: www.markforster.de
• Off. Homepage von Keimzeit: www.keimzeit.de
• Off. Homepage von The Hooters: www.hootersmusic.com
• Off. Homepage von Lionel Richie: www.lionelrichie.com
• Homepage der Stadtwerke Potsdam: www.swp-potsdam.de




Fotostrecke:

 
 
Krogmann
 
 
 
 


Mark Forster
 
 
 
 


Keimzeit
 
 
 
 


The Hooters
 
 
 
 


Lionel Richie



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